Das nächste Projekt sollten drei stapelbare Ablagekästen für meinen Schreibtisch werden.
Ich hatte meine Vorstellungen dazu skizziert und im Spannagel "Der Möbelbau"entdeckt, dass sie wie "Englische Züge" aussehen.
Das hörte sich toll an. Mein Interesse war geweckt herauszufinden, wie die Tischler diese Geräte früher gebaut haben.
Unter dem Kapitel "Schubladen - Schubkasten" beschreibt er die "Englischen Züge" sinngemäß wie folgt:
die Züge sitzen innerhalb (..des Schrankes..), also hinter den Türen.
Es werden zwei unterschiedliche Arten beschrieben:
- Einer ist an der Vorderseite offen, hat einen gestemmten Rahmenboden und Viertelkreise an den Seiten vorne.
- Der andere hat ein schmales Vorderstück und einen in Nuten eingeschobenen Boden. Das niedere Vorderstück, an dem der Zug herausgezogen wird, ist durch einen Zinken bzw. Schwalbenschwanz mit den Seiten verdeckt verzinkt.
Ich habe mich für die Variante mit dem schmalen Vorderstück entschieden.
Zu diesem Zug schreibt Herr Spannagel weiter:
Der Boden wird in das Vorderstück und in die Seiten in eine Nut eingeschoben, und zwar auf die Weise, dass die Richtung seiner Holzfaser parallel zum Vorder- und Hinterstück läuft (Anmerkung: in Längsrichtung verändert sich das Holz kaum und bleibt deshalb in der Seitennut stabil). Die untere Wange darf nicht zu schmal sein, da sonst die Gefahr besteht, dass sie bei starker Belastung leicht abdrückt. Der Schubladenboden wird von hinten eingeschoben und von unten mit dem Hinterstück verschraubt, deshalb ist das Hinterstück um die Wange und Nut schmaler.
Die Schwalben der Seiten stehen hinten ca 5mm über, damit durch bestoßen der Hirnflächen die Einschubtiefe eingestellt werden kann (da ich die Züge nicht in einen Schrank einschieben will, habe ich dies so nicht gemacht).
Auch dieses Projekt habe ich mit einer Werkstattzeichnung im Maßstab 1:1 begonnen.