Der Tischlerwerkzeugkasten

Es kommt ja ab und zu vor, dass in der Verwandtschaft, oder bei Bekannten, eine Reparatur an einem Möbelstück erforderlich ist.

Da gibt es doch in der Nähe einen Hobby-Holzwerker, den man um Hilfe fragen kann und der bringt seinen "Plastikklappkasten" mit, in dem sich ein Haufen Werkzeug in heillosem Durcheinander befindet.

So ist es mir wenigstens bisher ergangen.

Jedes mal wenn ich meinen Klappkasten geschnappt habe, fiel mir der Tischler ein, der bei uns in der Firma gerufen wurde, wenn der Aktenschrank klemmte oder der Schreibtisch eine Macke hatte. Dieser Tischler hatte einen Werkzeugkasten, da war alles dran und drin. Immer am selben Platz, mit Halterung und so, hat er wohl selber gemacht.

So einen Werkzeugkasten hätte ich gerne gehabt.

Nach einigen Überlegungen hatte ich mir folgende Vorgaben gemacht:

Die Grundausstattung sollte sein:

Und dann ging es los:

(Klicken Sie auf die Bilder, um Vergrößerungen zu sehen)


Für den Kasten habe ich 15mm starke Kieferbretter verwendet.

Schwalbenschwänze und Zinken bilden die Holzverbindungen an den Ecken


Der Boden ist aus 10mm dicken und 10cm breiten Kieferbrettern, die ich mittels Falzverbindung zu der Fläche von 50 x 35 cm zusammen geleimt habe. Den gesamten Boden habe ich dann ausgehobelt, da die Bretter sich etwas verzogen hatten, sodass aus den10mm dann ca 8mm wurden.

Ringsherum habe ich einen Falz gehobelt, der in eine Nut in den Seitenteilen greift.



Für die aufgesetzten Seitenteile, die zur Befestigung der Tragestange erforderlich sind, musste ich eine etwas ungewöhnliche Gratverbindung wählen, da ich ja nicht schrauben oder dübeln wollte und längs auf quer leimen hält nicht, hatte ich gerade gelernt.

In die Kastenseitenteile habe ich eine breite Gratnut gesägt, die sich nach oben verjüngt, d.h. unter 15 cm oben 14 cm breit, 7mm tief.


Das Aushobeln einer so breiten "NUT" mit einem Grundhobel ist ein Problem, da der Hobel eigentlich an beiden Seiten neben der Nut fest aufliegen soll. Für eine 15 cm breite Nut muß man also einen besonders breiten Hobel haben.

Vor so einem Problem stand ein Tischler vor vielen Jahren, was ihn auf die Idee brachte, einen 26 cm breiten Grundhobel zu bauen. Ich habe diesen Herrn, mit Namen "FK", leider nicht kennen gelernt, aber seinen Hobel habe ich auf einem Flohmarkt erworben. Mit diesem Hobel ließ sich die Nut gut herstellen.


An die aufgesetzten senkrechten Seitenteile, 15 cm breit, habe ich einen entsprechenden Grat gehobelt.



Die Verbindung wurde so angepasst, dass die Seitenteile ca. 1-1,5 cm unten überstanden, damit sie beim Zusammenbau stramm eingekeilt werden konnten.




Damit das etwas gefällig aussieht, habe ich den oberen Teil mit dem Schiffhobel gerundet.


Hier der erste Zusammenbautest.


Und hier das fertige Produkt:



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