Papierkorb


Unter dem Titel Trichterzinken habe ich über meinen ersten Versuch einen Trichter zu bauen berichtet.
Nach eineinhalb Jahren kann ich jetzt das fertige Objekt: den Papierkorb präsentieren.
Man sollte nun nicht meinen, ich hätte unentwegt daran gearbeitet; ein wenig Überwindungkostete es mich schon, dieses Projekt zu beginnen. Der erste Versuch hat mir gezeigt, dass es sich um eine recht komplizierte Arbeit handelte. Bei allen Tätigkeiten musste ich konzentriert arbeiten und immer die räumlichen Zusammenhänge vor Augen haben.

Nachfolgend beschreibe ich die Theorie und die Ausführung der Arbeiten.

Die Konstruktion ist eine Kombination aus der Darstellung von Fritz Spannagel und Matthias Keilig.

Bücher von Fritz Spannagel: „Der Möbelbau“, 1936; sowie „Der junge Schreiner“, 1946

Homepage von Matthias Keilig: Rund ums Holz – Trichterzinken.



Bild 1
Diese beiden Bilder waren der Auslöser für mein Interesse an dem Thema „Trichterzinken“.

Da Spannagel keine Abmessungen des Papierkorbes angibt, habe ich festgelegt, dass er 40 cm hoch werden soll. Wenn man zu diesem Maß die ungefähren Verhältnisse aus dem Foto ableitet, bekommt er eine Grundfläche von 20 x 20 cm und eine Öffnung von 30 x 30 cm.

Hier nun auszugsweise die Konstruktionsanleitung von Herrn Spannagel


Bild 2
AUSTRAGUNG TRICHTERFÖRMIGER KÖRPER (Abb.884)

Eine für den Tischler interessante Projektionsaufgabe stellt die Bestimmung des Schmiegewinkels und die Gehrungs- bzw. Hirnkantenwinkels an den Seitenteilen eines trichterförmigen Körpers dar. Soll der Trichter eine ganz bestimmte Größe erhalten, so ist das genaue Austragen der Seiten unbedingt nötig. Der Praktiker, der selten eine solche Arbeit ausführt, vergißt gern, daß die stumpf zusammengezinkten Hirnkanten nicht rechtwinklig sein dürfen, sondern nach außen schräg bestoßen sein müssen, wenn die Kanten auf der inneren Seite nicht undicht sein sollen, d. h. es ergibt sich von außen nach innen gemessen ein stumpfer Hirnkantenwinkel.

Das Auffinden der Schmiege- und Hirnkantenwinkel geht folgendermaßen vor sich: Vorhanden sind Aufriß und Grundriß, d. h. die Größe, Höhe und Schräglage des Trichters sind im Grundriß bzw. Aufriß gegeben. Es müssen also die Länge der Hirnkanten sowie die wahren Schrägen gefunden werden. Soll der Kasten stumpf zusammengefügt werden, so wird folgendermaßen vorgegangen: Es wird im Aufriß um Punkt A die schrägliegende Seite in eine waagerechte Lage geklappt. Nun werden die Ecken der heruntergeklappten Seite senkrecht heruntergezogen. Die Umgrenzungslinie B im Grundriß wird verlängert. Es ergeben sich die Punkte C und D. Man verbindet die Punkte C mit E und D mit F. Die Linie D-F ist die wahre Länge der inneren Stoßfugenkante, und sie bildet mit den in die Punkte D und F heruntergezogenen Senkrechten, d. h. mit den unteren und oberen Innenkanten der ausgeklappten Seiten im Grundriß die Schmiegewinkel.

Nunmehr gilt es noch den Gehrungs- oder Hirnkantenwinkel zu ermitteln. Zunächst fällt man auf die Linie C-E eine Senkrechte H. Parallel zur Linie H wird die wahre Holzstärke i angetragen. Die Schnittpunkte K und L werden miteinander verbunden. Hierdurch entsteht die Größe des Gehrungswinkels M.

Mit derselben Konstruktion werden auch Schmiegewinkel und Gehrungswinkel gefunden, wenn der Kasten auf Gehrung zusammengebaut wird, wie dies ebenfalls aus der Abb. 884 ersichtlich ist. Der Gehrungswinkel N des zusammengebauten Kastens ist halb so groß wie der Winkel M des stumpf zusammengebauten bzw. gezinkten Trichters.

Alles klar??????

Mich hat es anfangs etwas verwirrt, inzwischen habe ich seine Ausführungen verstanden.

Aus diesem Grunde habe ich doch lieber nach Matthias Keiligs Konstruktionsanleitung gearbeitet.
Die nachfolgenden Zeichnungen und Texte habe ich aus seiner Homepage, nach vorheriger Genehmigung, heraus kopiert.


Bild 3
Ob nur eine Ecke zur Übung oder einen Trichter mit allem drum und dran - BEACHTE:

Alle Teile musst du auf Länge mit allen Winkelschnitten (Winkel 1,2 u.3) an den Hirn- und Schmalseiten versehen. Der Winkel 1 ist der rechte Winkel!

Das setzt voraus, dass du dir im Klaren bist, was du tust.



Bild 4
Zwei Materialstärken anreißen und Senkrechte errichten


Bild 5
Zinkeneinteilung vornehmen (Schwalbe + Zinken = max.1½ Materialstärke)


Bild 6
Lege das anschließende Teil, wie hier gezeigt, an und projiziere die Zinken auf das Hirnholz


Bild 7
Kennzeichne was Abfall ist „die Schwalben“


Bild 8
Jetzt zeichne die Parallelrisse der Zinken.

Alle Linien werden rundum gewinkelt, was später für das Einhalten der Richtung beim Sägen und Stemmen sehr hilfreich ist.

Hier musst du ganz genau arbeiten, damit deine Verbindung nicht am Ende "windschief" wird.

Zeichne auch die Risse auf den Schmalseiten. Das ist für das genaue Sägen und Stemmen wichtig.





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Autor: Eckhard Pohlmann
Letzte Änderung: 10.11.2004